Sanierung zum KfW Effizienzhaus 55 und Passivhaus
Passivhaus SozialPlus Darmstadt

  • Objektart: Wohnungsbau

  • Standort: Darmstadt

  • Baujahr Fertigstellung: 2019

  • Bauherr: Neue Wohnraumhilfe gGmbH

  • Projektbeteiligte: Planung, LPH 1 – 3, Projektsteuerung und wirtschaftliche Bauherrenbetreuung: faktor10 GmbH; Planung und Bauleitung, LPH 4 – 9: Dörfer Grohnmeier Architekten Partnerschaft mbB; Tragwerksplanung Altbau: Ingenieurbüro Peter; Tragwerksplanung Neubau, Brandschutz und Wärmeschutz: bauart Konstruktions GmbH & Co. KG; Haustechnikplanung (Heizung, Sanitär, Lüftung): ibs – Energie – Ingenieurbüro Ulrich Schäfer; Elektroplanung: Ingenieurbüro Richter Elektrotechnik; Technische Schnittstellenkordination: Econvis Ingenieurbüro für Energiemanagment; Schallschutz: ita Ingenieurgesellschaft für technische Akustik GmbH; Wissenschaftliche Begleitung: Institut Wohnen und Umwelt GmbH (IWU)

  • Preise: Klimaschutzpreis Darmstadt 2019

Das Passivhaus SozialPlus besteht aus zwei nebeneinander stehenden Gebäuden, wobei das eine Gebäude ein Bestandsgebäude aus den 1950er Jahren und das zweite Gebäude ein Neubau ist. Ein Drittel des Bestandsgebäudes wurde abgerissen und auf der frei gewordenen Fläche ein Neubau errichtet. Die verbliebenen zwei Drittel des Bestandsgebäudes wurden energieeffizient saniert. Es entstanden insgesamt 42 Sozialwohnungen unterschiedlicher Größe. Hierfür wurden vom Bestandsgebäude zwei Hausaufgänge energetisch mit Passivhaus-Komponenten modernisiert und im Dachgeschoss aufgestockt, sodass der höchste KfW-Standard für Bestandsgebäude erreicht werden konnte (Effizienzhaus 55). Der dritte Hausaufgang wurde durch einen barrierefreien Neubau im Passivhaus-Standard ersetzt. Er verfügt über 6 rollstuhlgerechte Wohnungen.

Durch den Nichtabriss des Bestandes konnten ca. 1.500 Tonnen klimaschädliches CO2 eingespart werden. Somit entstand mit dem bundesweit ersten Passivhaus SozialPlus eines der zur Zeit klimaunschädlichsten Wohnungsbauprojekte und eines mit den niedrigsten Nebenkosten im sozialen Wohnungsbau.

Der Heizenergiebedarf des Gebäudes liegt bei ca. 15 kWh/qm/Jahr, vergleichbar mit ca. 1,5 l Heizöl/qm/Jahr. Dieser Topstandard ermöglicht Wohnbehaglichkeit, verbunden mit ständig frischer vorerwärmter Luft (in den Wintermonaten), erzeugt durch eine Wohnungslüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Diese ermöglicht es, dass die Fenster im Winter geschlossen bleiben können und sich dennoch die Luftqualität nicht verschlechtert.

Das Gebäude verfügt über einen niedrigen Energiebedarf für Heizung, Warmwasser sowie Allgemein- und Wohnungsstrom, der dem KfW 40+ Standard entspricht. Um diesen zu erreichen, mussten unter anderem eine Stromerzeugungsanlage (Photovoltaik) mit vorgegebener Mindestkapazität und ein Stromspeicher im Gebäude implementiert werden. Über die üblichen Trinkwassereinspartechniken wie Wasserspararmaturen, -duschköpfe, -geschirrspüler und -waschmaschinen hinaus, wurde eine Grauwasseranlage eingebaut, die den durchschnittlichen Trinkwasserbedarf pro Person um bis zu 40% reduziert.

Die 42 Sozialwohnungen sind Bürger:innen vorbehalten, die sich wegen ihres niedrigen Einkommens selbst nicht oder nur sehr schwer mit Wohnraum versorgen können und in diesem Projekt eine Wohnung zu einem Mietpreis von 6,50 €/qm/Monat erhalten. Die Wohnungen sind mit einer Topausstattung von Wandschränken, Küchen mit Geräten bester Effizienzklassen, LED-Beleuchtung in allen Räumen usw. ausgestattet. In Kombination mit einem Budgetierungsverfahren von Wasser und Strom werden die monatlichen Betriebskosten (Wohnungsnebenkosten) pauschalisiert mit durchschnittlich 2,34€/qm/Monat (Stand Dezember 2021) erhoben. Eine Jahresabrechnung der Nebenkosten ist nicht mehr erforderlich.

Quelle: Passivhaus SozialPlus

Bildrechte: Neue Wohnraumhilfe gGmbH