„reCO2ver®“ – Meilenstein im Betonrecycling

1. Juli 2026

Röser II GmbH

Was ist das Problem, mit dem ihr euch befasst? Worin besteht die Nachhaltigkeitsherausforderung?

Beton ist eines der am häufigsten verwendeten Baumaterialien weltweit. Die Produktion von Beton benötigt mineralische natürliche Rohstoffe und verursacht höhere CO2-Emissionen als bei der Verwendung von RC-Material. Deshalb gewinnt der Einsatz von recyceltem Beton in der Kreislaufwirtschaft zunehmend an Bedeutung.

Weltweit fallen jährlich große Mengen an Betonabfällen beim Abriss von Gebäuden oder Infrastrukturen an. Die überwiegende Mehrheit landet auf Mülldeponien. Mit der „reCO2ver®“-Technologie könnte dieser Abfall stattdessen recycelt werden und wertvolle Rohstoffe wie Gesteinskörnung zurückgewonnen werden. Diese Neuentwicklung zeigt das enorme Potenzial von Urban Mining im Tiefbau.

 

Thomas_Kornmayer Röser II GmbH

„Urban Mining im Kanalbau – möglich macht dies die Verwendung von Rohren aus Beton oder Stahlbeton. Daraus entstehen die Kanalrohre der Zukunft. Mit reCO₂ver schließen wir den Materialkreislauf, schonen Ressourcen und zeigen, dass echte Kreislaufwirtschaft im Tiefbau bereits heute möglich ist.“

Tobias Kornmayer

Röser GmbH

Was ist euer Lösungsansatz / die Innovation?

„reCO2ver®“ ist ein hocheffizientes Verfahren zur Trennung und Wiederverwendung von Bauteilen aus abgerissenem Beton. Es  ermöglicht, Altbeton bzw. RC-Material in seine Einzelteile (Zuschlagstoffe, Sand und feines Pulvermaterial) zu zerlegen, wiederzuverwerten und die Qualität des recycelten Zuschlagstoffs zu steigern. Vergleichstests haben gezeigt, dass der recycelte Beton ähnliche Eigenschaften wie ein völlig neues Produkt aufweist. Der Prozess bindet zudem aktiv CO2 und schafft einen echten Kreislauf in der Bauindustrie.

„reCO2ver®“ bietet aufgrund der hohen Qualität der rezyklierten Gesteinskörnung insbesondere bei der Herstellung von sofortentschalten Recyclingrohren und Schächten ein großes Potential für nachhaltiges Bauen und der Anwendung der Kreislaufwirtschaft.Beim Herstellungsverfahren ist es entscheidend, ein optimales Wasser-Zement-Verhältnis zu erreichen und dauerhaft einzuhalten. Die Verwendung von Recyclingmaterial führt jedoch naturgemäß zu Rezepturschwankungen. Vor allem die Wasseraufnahme unterliegt aufgrund des porösen Betonbruches großen Schwankungen, die sich bei sofortentschalten Produktionsverfahren nur schwer oder kaum beherrschen lassen. Durch die hohe Qualität des recycelten Materials ermöglicht die innovative Recyclingmethode eine erhebliche Verfahrensvereinfachung.

 

Was ist der Impact?

Das reCO₂ver-Projekt steht für Innovation und Fortschritt im Bereich der Kreislaufwirtschaft und zeigt die Zukunft des Betonrecyclings. Das Verfahren ermöglicht erstmals eine vollständige Wiederverwertung von Betonabfällen und die Herstellung eines hochleistungsfähigen Recyclingbetons mit hoher CO₂-Bindung.

Durch das chemische Verfahren können derzeit pro Tonne zerkleinertem Betonabbruch bis zu 15 kg CO₂ gebunden werden. Zusätzlich zeigen Laborversuche, dass der gewonnene Zementsteinstaub durch Rekarbonatisierung weitere 50 bis 60 kg CO₂ je Tonne aufnehmen und dauerhaft speichern kann.

Die Innovation reduziert den Bedarf an primären Rohstoffen, verringert den CO₂-Ausstoß und trägt maßgeblich zur Ressourcenschonung bei. Damit besitzt das Verfahren das Potenzial, den ökologischen Fußabdruck der gesamten Bauindustrie – einschließlich des hochspezialisierten Tief- und Kanalbaus – deutlich zu reduzieren.

Gleichzeitig setzt reCO₂ver die Prinzipien des Urban Mining konsequent um: Materialien werden nach ihrer Nutzungsdauer aufgewertet, erneut verwendet und wieder in den Stoffkreislauf zurückgeführt. Dadurch werden Lebenszyklen verlängert, Abfälle minimiert und der Materialkreislauf geschlossen. Das langfristige Ziel des Projekts ist eine echte Kreislaufwirtschaft, in der Ressourcen möglichst vollständig erhalten und wiederverwendet werden.

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Weitere Infos auf der Website der Röser GmbH

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Beitrag von
Gramatiki Satslidis

E-Mail
satslidis@betonservice.de