Bahnhofplatz Konstanz
Der Bahnhofplatz Konstanz wurde grundlegend neu gestaltet und im Oktober 2025 der Öffentlichkeit übergeben. Ziel der Neugestaltung war es, einen bislang stark verkehrlich geprägten Ort in einen funktionalen, klimaangepassten und identitätsstiftenden Stadtraum zu transformieren. Der Platz versteht sich heute als modernes „Tor zur Stadt“, das Ankommen, Orientierung und Aufenthalt gleichermaßen ermöglicht.
Die neue Gestaltung schafft einen multifunktionalen, verkehrsberuhigten öffentlichen Raum mit hoher Aufenthaltsqualität. Barrierefreiheit, eine ruhige und langlebige Materialwahl, großzügige Grünstrukturen sowie robuste urbane Möblierung fördern die Nutzbarkeit und Attraktivität des Platzes über den gesamten Tagesverlauf. Durch eine klare Zonierung bleibt der Bahnhofplatz zugleich flexibel und anpassungsfähig – für Busverkehr, Rad- und Fußverkehr, Aufenthalt sowie temporäre Nutzungen und kulturelle Formate.
Nachhaltigkeit, Materialwahl und Lebenszyklus
Ein zentrales Element der Nachhaltigkeitsstrategie ist die bewusste Materialwahl unter Berücksichtigung des gesamten Lebenszyklus. Für die Verkehrsflächen und Busspuren wurde Ortbeton eingesetzt, ein besonders langlebiges und belastbares Material, das den hohen Beanspruchungen durch den intensiven Busverkehr dauerhaft standhält. Die Aufenthaltsbereiche sind mit geschliffenen Betonplatten gestaltet, deren helle Oberflächen die Wärmeaufnahme reduzieren und zur Minderung städtischer Hitze beitragen.
Die Entscheidung für den Betonbelag basiert auf einer vergleichenden Ökobilanzstudie, die das Fachgebiet Energieeffizientes Bauen der HTWG Konstanz im Auftrag der Stadt Konstanz durchgeführt hat. Die Studie orientierte sich an den einschlägigen Normen DIN EN 15978 sowie DIN EN ISO 14040 und 14044 und untersuchte verschiedene Belagsvarianten hinsichtlich ihres Treibhauspotenzials. Verglichen wurden Beton, Asphalt und Naturstein für Fahrbahn- und Gehwegflächen, ergänzt durch Naturstein für Insel- und Anschlusspflasterflächen.
Im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse wurde ein Nutzungszeitraum von 50 Jahren betrachtet. Während bei Beton- und Natursteinbelägen innerhalb dieses Zeitraums kein Austausch der Deckschicht erforderlich ist, muss Asphalt aufgrund der hohen Belastung durch täglich rund 700 Busse etwa alle sieben Jahre erneuert werden. Entsprechend wurden sechs Austauschzyklen berücksichtigt. Die Analyse zeigt, dass Asphalt zwar in der Herstellung geringere CO₂-Emissionen aufweist, dieser Vorteil jedoch durch die häufigen Sanierungszyklen deutlich überkompensiert wird. Über den gesamten Lebenszyklus erweist sich Beton bei den angenommenen Instandhaltungsmaßnahmen als ökologisch vorteilhaftere Lösung, weshalb sich die Stadt Konstanz bewusst für diesen Belag entschieden hat.
Grünstrukturen und klimaaktive Freiräume
Die nachhaltige Flächengestaltung wird durch die deutliche Aufwertung der Bepflanzung ergänzt: Insgesamt werden 31 neue Bäume gesetzt, die in großen, unterirdisch miteinander verbundenen Baumquartieren optimale Wachstumsbedingungen vorfinden. Eine Bewässerung über Dachwasser sowie integrierte Feuchtesensorik sichern langfristig Vitalität und Widerstandsfähigkeit. Mit zunehmendem Wachstum verbessern die Bäume die Verschattung, stabilisieren das Mikroklima und steigern nachhaltig die ökologische Qualität des Platzes.
Quelle: Stadt Konstanz













