Nachhaltig bauen mit mineralischen Baustoffen

25. November 2020

Wer nachhaltig bauen will, muss nicht auf die Vorteile mineralischer Baustoffe verzichten

solid UNIT stellt Beispielprojekte und Baustoff-Innovationen vor

Stuttgart. „Wer nachhaltig bauen will, muss nicht auf die Vorteile mineralischer Baustoffe verzichten“, betont Thomas Möller, Vorstandsvorsitzender von solid UNIT, dem Netzwerk für den innovativen Massivbau Baden-Württemberg. „Sogar klimapositive Gebäude sind mit mineralischen Baustoffen sehr gut möglich“, so Möller weiter. Die wärmespeichernde Wirkung massiver Decken und Wände wirkt sich sehr positiv auf den Energieverbrauch eines Gebäudes aus.  Daraus resultiert ein kleinerer ökologischer Fußabdruck während der Nutzungsphase. Durch Bauteil- oder Betonkernaktivierung kann zusätzlich thermische Energie im Gebäude gespeichert und für spätere Nutzung bereitgestellt werden. Das Haus selbst wird dabei zu einer Art Batterie. Das Bürogebäude „2226“ in Lustenau aus monolithischen Ziegel-Wänden und Stahlbetondecken kommt durch Bauteilaktivierung sogar ganz ohne Heizung, Lüftung und Kühlung aus.

Darüber hinaus können mineralische Baustoffe durch ihre regionale Verfügbarkeit sowie durch ihr hohes Recyclingpotential punkten. „Die neue Mercedes-Benz-Produktionshalle „Factory 56“ in Sindelfingen wurde mit einer Sichtbetonfassade aus R-Beton gestaltet, die zu 100 Prozent aus recycelter Gesteinskörnung besteht. In der Schweiz entwickelt ein Start-up Unternehmen aktuell einen R-Beton, der CO2 sogar in größeren Mengen speichern kann! Und dies sind nur einige der aktuellen Baustoff-Innovationen im nachhaltigen Massivbau“, erläutert Thomas Möller.

solid UNIT ist ein Zusammenschluss von Vertretern der Bauwirtschaft und der Baustoffindustrie sowie von Hochschulen, Forschungsinstituten und Kammern. Das Ziel von solid UNIT ist, durch eine engere Vernetzung der Partner Innovationen in Forschung und Entwicklung weiter voranzutreiben und verstärkt auch auf den Baustellen zum Einsatz zu bringen. Im Zentrum des Netzwerkes stehen dabei so genannte Netzwerk-Teams, die jeweils in speziellen Themenbereichen, wie zum Beispiel CO2 Einsparung, Ressourcenmanagement oder Digitalisierung auf der Baustelle, zusammenarbeiten.

Foto: Lebensraum Ziegel / Christoph Große